Die menschliche Tragödie des Herrn H.

Günter Schmid, 17.04.2015

Dümmer geht’s nicht mehr!

Dass Herr Häupl mit Intellektualität vom Schicksal nicht gerade verwöhnt wurde, hat er durch seine gleichermaßen peinlichen wie anmaßenden Sager der letzten Zeit sattsam bewiesen. Neu an ihm ist der dreiste Mut, mit dem er - um eines vermeintlich populistischen Rülpsers gegen das öffentliche Feindbild „Lehrer“ willen – allen Schülerinnen und Schülern unseres Landes gewissermaßen den Stinkefinger zeigt. Dass eine Lehrperson, die auf Grund einer erhöhten Lehrverpflichtung in Zukunft um eine Klasse – also um ca. 25 Schüler – mehr zu unterrichten haben soll, während ihr für die (selbstverständlich erwartete) „individuelle Betreuung“ der auf diese Weise angewachsenen Gruppe um vier Stunden weniger Zeit zur Verfügung stehen (zwei Stunden zusätzlicher Unterricht und zwei Stunden für die damit einhergehende Vorbereitung und Nacharbeit), kommt einem ungeheuren Diebstahl an der Jugend gleich. Aber sollen die doch sehen, wie wichtig einem satten Machtpolitiker die junge Generation ist! Ob bloß die Herrn Häupl eigene Präpotenz oder mangelnde mathematische Grundkenntnisse einem derartigen Eigentor zugrunde liegen (denn eine ganze Generation für blöd zu verkaufen, kommt unter Umständen nicht besonders gut an), lässt sich schwer beurteilen. Aber bleiben wir fair und urteilen wir nicht! Vielleicht verdient der augenscheinliche intellektuelle Niedergang eines alt gedienten Politikers in Wahrheit sogar unser aller Mitleid.

(Leserbrief an einige österreichische Qualitätszeitungen)

 

  • (17.12.2018)

    Wir empfehlen die Unterzeichnung folgender Online-Petition: https://www.openpetition.eu/at/petition/online/fuer-eine-qualitative-lehramtsausbildung