Aktuelles

Die Bildungsdebatte wird sachlicher!

Günter Schmid, 23.08.2016

Die Initiative "Pro Gymnasium", der wir uns eng verbunden fühlen, hat eine Presseaussendung veröffetlicht, der wir uns aus tiefster Überzeugung vollinhaltlich anschließen. „Es fehlt zwar das alle in den Bann ziehende Ereignis, aber insgesamt lässt sich in den letzten Monaten feststellen, dass die Bildungsdebatte in Österreich sachlicher geworden ist“, bewertet Rainer Gögele die Entwicklung der letzten Zeit vorsichtig positiv. „Die von der OECD und PISA vorgegebene Kompetenzorientierung wird zunehmend kritisch gesehen, weil sie letztendlich für ein „Weniger an Bildung“ verantwortlich ist. Einvernehmen herrscht darüber, dass die Frühförderung der Kinder zwischen 3 und 8 Jahren im Zentrum aller Bemühungen zu stehen hat und durch die Forschungstätigkeit der „Agenda Austria“ wurde nachgewiesen, dass entgegen der lange gültigen veröffentlichten Meinung Bildung in Österreich weniger vererbt wird als vermutet, wozu die Vielfalt unseres Bildungssystems, das von jeder Ebene Chancen für einen Aufstieg zu höheren Bildungsabschlüsse bietet und damit keinerlei Abstellgleis aufweist, einen wichtigen Beitrag leistet.“ ("Österreich, Land der Bildungsaufsteiger", Studienautor Wolfgang Feller.) Auch der Ersatz der Sonderpädagogik durch eine flächendeckende Inklusion wird mehr und mehr kritisch gesehen. Das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung, das uns gut ausgebildete Fachkräfte und damit verbunden eine niedrige Jugendarbeitslosigkeit beschert, wird weltweit beachtet. „Ist man vor 10 Jahren ins „PISA-Wunderland Finnland“ gepilgert, kommen nun Besucher aus Europa und Amerika nach Österreich, um sich das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung erklären zu lassen“ freut sich Gögele über eine für Österreich erfolgreiche Trendwende! Weiterlesen

Bildungspolitische Vernunft in Vorarlberg kehrt zurück!

Wolfgang Türtscher, 20.08.2016

„Nach kritischen Bemerkungen der Vorarlberger NEOS erkennt nun auch die FPÖ Vorarlberg, dass mit der ‚Gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen‘, vor allem aber mit der Abschaffung des achtjährigen Gymnasiums, keine Probleme gelöst werden“ begrüßt Wolfgang Türtscher, der Obmann von Pro Gymnasium Vorarlberg, die neuen bildungspolitischen Weichenstellungen der Vorarlberger FPÖ. (NR Dr. Reinhard Bösch, der neue FPÖ-Landesobmann von Vorarlberg, erklärte am 16.8.16 im ORF-Vorarlberg, die „Gemeinsame Schule sei kein zukunftsweisender Weg.“) Im Gegensatz zu der von Teilen der Vorarlberger Landespolitik verbreiteten ‚Gesamtschuleuphorie‘ gibt es auch in Vorarlberg – wie in ganz Österreich – keine Mehrheit für die Gesamtschule. In den letzten fünf Jahren hat es in Vorarlberg gefühlte zehn Publikumsbefragungen zu diesem Thema gegeben – einige seien in Erinnerung gerufen: Am 21.11.2014: Die Industriellenvereinigung fordert eine gemeinsame Schule für 5- bis 14-Jährige. Unterstützen Sie das? Ja: 22,16, Nein: 77,84 %. Am1.12.2014: NR Walser fordert ein Startprojekt zur gemeinsamen Schule ab Herbst 2017. Ja: 21,8 %; Nein: 78,2 %. Am25.5.2015: Soll die Gesamtschule in Vorarlberg eingeführt werden? Ja: 33,14 %; Nein: 66,13 %.“ (Befragung jeweils durch VN bzw. Vorarlberg Online) Weiterlesen

Ein Buch ist keine Bratwurst

Ernst Wirthensohn, 16.08.2016

Der Lese- und Literaturunterricht ist die Basis aller Bildung. Wann wird die „Bildungspolitik“ das endlich begreifen? Nein, der Mann kommt nicht als ein Schriftzeichen lesendes Tierchen auf die Welt – nicht einmal die Frau! 99,75 Prozent seiner Geschichte hat der Mensch nichts von Buchstaben gewusst und war sich trotzdem keines Mangels bewusst. Geschrieben hat er gar nichts, gelesen dagegen vieles (etwa die Fährten von Tieren, die er sich einverleiben wollte, oder die Blitze am Himmel, die ihm den Schauder des Religiösen einjagten), aber eben keine Lettern. Die Gutenberg-Galaxis mag uns heute, da wir in der Lage sind, die 100.000 Zeichen einer einzigen SPECTRUM-Ausgabe als ein Samstagabendvergnügen zu verspeisen und durch die nächtliche Feuerwerksarbeit in unserem Gehirn sogar einigermaßen zu verdauen und als geistiges Fettpolster anzulegen, unendlich groß erscheinen – in Wirklichkeit von Zeit und Raum ist sie nicht größer als das winzige Universum des kleinen Prinzen, dessen Planet gerade groß genug ist, dass eine Rose auf ihm wachsen kann. Lesen ist eine Fertigkeit, die uns nicht in die Wiege gelegt ist. Das Erlernen dieser Kunst, die wir seit 0,25 Prozent unserer Geschichte für tausendmal lebenswichtiger erachten als das Töten und Zerlegen eines Hirsches oder eines Schweins, ist eine mühsame Sache. Das Baby hat an einem Zeitungsblatt ein einziges Interesse: es in den Mund zu stecken und zu essen. Jede Mutter und mindestens jeder zweite Vater wird das Kleine rasch schütteln, damit es das mit Druckerschwärze kontaminierte Blatt ausspuckt: Lesen vergiftet! Mein Kater Wilder Billy ist diesbezüglich wesentlich klüger: Er nutzt eine dicke Ausgabe der ZEIT, die im Kabinett liegt, wo er gerne übernachtet, als angenehme Matratze. Ja, Lesen wärmt, aber diese Erfahrung muss man erst machen. Und dass Bücher ansonsten nur zu den geistigen Nahrungsmitteln zu zählen sind, ist einem Kind so lange, bis es in einem Bilderbuch eine Maus von einer Ente unterscheiden kann, ohnehin verschlossen. Weiterlesen

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  • (15.03.2016)

    Wir laden alle unsere Mitglieder und Unterstützer ein, die Petition "Die Mitspracherechte der Schulpartner/innen müssen erhalten bleiben!" zu unterschreiben.

    (Zur Petition)

  • (09.12.2015)

    Der Vorstand der Bildungsplattform ruft die Mitglieder des Vereins auf, dem Verein "pro Gymnasium" ebenfalls als Mitglieder beizutreten.