Aktuelles

Autonomiepaket – der große Wurf?

Isabella Zins, 16.11.2016

Wo Kostenneutralität draufsteht, ist Sparpotenzial drinnen! Eine böse Behauptung? Vor kurzem präsentierte die Regierung ein neues Bildungspaket. Auf die Expertise von PraktikerInnen hatte man bei der Konzepterstellung verzichtet. Beworben wird das Reformpaket mit dem Begriff „Schulautonomie“ und einem angeblichen Gewinn für SchülerInnen und LehrerInnen. „Autonome Gestaltung und pädagogische Freiräume“ würden zu „besseren Lernergebnissen“ führen und, quasi als positiver Nebeneffekt, zu „effizienterem Ressourceneinsatz“: mehr Effizienz durch DirektorInnen mit mehr Verantwortung für Lehrpersonal, Fortbildung und autonome Unterrichtsgestaltung an bis zu acht Standorten. ClusterdirektorIn als neuer Traumjob? Der Faktencheck zeigt: Manche „neue Errungenschaft“ ist in vielen höheren Schulen schon gelebte Praxis: In Niederösterreich haben wir DirektorInnen höherer Schulen z.B. seit vielen Jahren wesentliche Mitsprache bei der Auswahl unserer Lehrkräfte. Autonome Unterrichtsgestaltung ist gang und gäbe: So gut wie alle Gymnasien haben in den letzten Jahren ihre Schulprofile weiterentwickelt, neue Gegenstände kreiert, Projektunterricht forciert. Eine größere Freiheit bei der Planung ist sicher von Vorteil, auch die Möglichkeit, die Dauer einer Unterrichtssequenz zu verändern und Klassen anlassbezogen zusammenzufassen – allerdings mit praktischen Einschränkungen: Der Schulalltag muss noch organisierbar sein und es braucht auch Hörsäle, wenn Unterricht gleichzeitig für mehrere Klassen möglich werden soll. Weiterlesen

Die Bildungsdebatte wird sachlicher!

Günter Schmid, 23.08.2016

Die Initiative "Pro Gymnasium", der wir uns eng verbunden fühlen, hat eine Presseaussendung veröffentlicht, der wir uns aus tiefster Überzeugung vollinhaltlich anschließen. „Es fehlt zwar das alle in den Bann ziehende Ereignis, aber insgesamt lässt sich in den letzten Monaten feststellen, dass die Bildungsdebatte in Österreich sachlicher geworden ist“, bewertet Rainer Gögele die Entwicklung der letzten Zeit vorsichtig positiv. „Die von der OECD und PISA vorgegebene Kompetenzorientierung wird zunehmend kritisch gesehen, weil sie letztendlich für ein „Weniger an Bildung“ verantwortlich ist. Einvernehmen herrscht darüber, dass die Frühförderung der Kinder zwischen 3 und 8 Jahren im Zentrum aller Bemühungen zu stehen hat und durch die Forschungstätigkeit der „Agenda Austria“ wurde nachgewiesen, dass entgegen der lange gültigen veröffentlichten Meinung Bildung in Österreich weniger vererbt wird als vermutet, wozu die Vielfalt unseres Bildungssystems, das von jeder Ebene Chancen für einen Aufstieg zu höheren Bildungsabschlüsse bietet und damit keinerlei Abstellgleis aufweist, einen wichtigen Beitrag leistet.“ ("Österreich, Land der Bildungsaufsteiger", Studienautor Wolfgang Feller.) Auch der Ersatz der Sonderpädagogik durch eine flächendeckende Inklusion wird mehr und mehr kritisch gesehen. Das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung, das uns gut ausgebildete Fachkräfte und damit verbunden eine niedrige Jugendarbeitslosigkeit beschert, wird weltweit beachtet. „Ist man vor 10 Jahren ins „PISA-Wunderland Finnland“ gepilgert, kommen nun Besucher aus Europa und Amerika nach Österreich, um sich das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung erklären zu lassen“ freut sich Gögele über eine für Österreich erfolgreiche Trendwende! Weiterlesen

Bildungspolitische Vernunft in Vorarlberg kehrt zurück!

Wolfgang Türtscher, 20.08.2016

„Nach kritischen Bemerkungen der Vorarlberger NEOS erkennt nun auch die FPÖ Vorarlberg, dass mit der ‚Gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen‘, vor allem aber mit der Abschaffung des achtjährigen Gymnasiums, keine Probleme gelöst werden“ begrüßt Wolfgang Türtscher, der Obmann von Pro Gymnasium Vorarlberg, die neuen bildungspolitischen Weichenstellungen der Vorarlberger FPÖ. (NR Dr. Reinhard Bösch, der neue FPÖ-Landesobmann von Vorarlberg, erklärte am 16.8.16 im ORF-Vorarlberg, die „Gemeinsame Schule sei kein zukunftsweisender Weg.“) Im Gegensatz zu der von Teilen der Vorarlberger Landespolitik verbreiteten ‚Gesamtschuleuphorie‘ gibt es auch in Vorarlberg – wie in ganz Österreich – keine Mehrheit für die Gesamtschule. In den letzten fünf Jahren hat es in Vorarlberg gefühlte zehn Publikumsbefragungen zu diesem Thema gegeben – einige seien in Erinnerung gerufen: Am 21.11.2014: Die Industriellenvereinigung fordert eine gemeinsame Schule für 5- bis 14-Jährige. Unterstützen Sie das? Ja: 22,16, Nein: 77,84 %. Am1.12.2014: NR Walser fordert ein Startprojekt zur gemeinsamen Schule ab Herbst 2017. Ja: 21,8 %; Nein: 78,2 %. Am25.5.2015: Soll die Gesamtschule in Vorarlberg eingeführt werden? Ja: 33,14 %; Nein: 66,13 %.“ (Befragung jeweils durch VN bzw. Vorarlberg Online) Weiterlesen

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  • (15.03.2016)

    Wir laden alle unsere Mitglieder und Unterstützer ein, die Petition "Die Mitspracherechte der Schulpartner/innen müssen erhalten bleiben!" zu unterschreiben.

    (Zur Petition)

  • (09.12.2015)

    Der Vorstand der Bildungsplattform ruft die Mitglieder des Vereins auf, dem Verein "pro Gymnasium" ebenfalls als Mitglieder beizutreten.