Aktuelles

Presseaussendung 14.10.2021

OECD erkennt Vielfalt als Vorteil für die Jugend

Bildungsplattform fordert intensivere Beratung an allen Übergängen des Bildungswesens

„Als Bildungsplattform Leistung & Vielfalt freuen wir uns darüber, dass die Vielfalt unterschiedlicher, aber gleichwertiger Bildungswege, ein Charakteristikum des österreichischen Schulwesens, jetzt auch von der OECD als Asset verstanden wird“, betont der Vorsitzende Gunter Bittner.

Der aktuelle OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2021“ war Thema bei der Jahrestagung der Bildungsplattform in Steyr. In ihm sind aus dem Mund der OECD überraschende Bekenntnisse zur Vielfalt zu lesen. Österreichs vielfältiges Schulwesen war seit der Jahrtausendwende gerade seitens der OECD massiver Kritik ausgesetzt. Diese Kritik führte in Österreich zur schulpolitischen Forderung, unser vielfältiges Schulwesen durch ein Gesamtschulsystem zu ersetzen. Ausgeblendet wurde dabei, dass gerade in Gesamtschulstaaten jungen Menschen nach Abschluss ihrer Schullaufbahn der Wechsel ins Berufsleben oft nicht gelingt.

In ihrem aktuellen Bericht bekennt die OECD in erfreulicher Offenheit, dass „ein Angebot unterschiedlicher, an die Bedürfnisse und Pläne junger Erwachsener angepasster Bildungsmöglichkeiten […] einen reibungsloseren Übergang von der Ausbildung in den Arbeitsmarkt“ sicherstellt. Berufsbildende Bildungsgänge seien nicht „zweitbeste Wahl für schwächere Bildungsteilnehmer, sondern als Exzellenzzentren für die Entwicklung wichtiger Kompetenzen anzusehen.“

„Als Bildungsplattform setzen wir uns dafür ein, dass Kinder und Eltern vor den Übergängen mit 10, 14 und 18 Jahren bestmöglich beraten werden, damit sich Talente und Begabungen entfalten können“, betont Isabella Zins, stellvertretende Vorsitzende der Bildungsplattform.

„Dafür müssen zusätzliche Instrumente geschaffen werden. Das sind wir den jungen Menschen, ihren Eltern und der Zukunft unseres Landes schuldig“, so Gunter Bittner abschließend.


Statements

HR Mag. F. Gunter Bittner

HR Mag. F. Gunter Bittner

Das Bildungsangebot des differenzierten österreichischen Schulsystems muss in allen Schularten die Kinder und Jugendlichen ihren jeweiligen Begabungen und Interessen entsprechend individuell zu Leistungen motivieren, die befriedigen und Erfolgserlebnisse vermitteln, aber nicht überfordern. Der Vielfalt an Begabungen und Interessen muss durch eine Vielfalt unterschiedlicher Schularten, die erhalten werden muss, Rechnung getragen werden. Die unterschiedlichen Schularten müssen gemäß ihrer Aufgaben von Experten der jeweiligen Schulart begleitet, betreut und weiterentwickelt werden. Ungleiche gleich behandeln ist ungerecht!

HR Mag. Isabella Zins

HR Mag. Isabella Zins

Das differenzierte Schulsystem Österreichs bietet allen Kindern und Jugendlichen Österreichs die Chance auf personengerechte und begabungsadäquate Bildung und muss erhalten bzw. qualitätsvoll weiterentwickelt werden. Diese Vielfalt an gleichwertigen staatlichen Angeboten trägt dann zur Talenteförderung bei, wenn jedes Bildungsangebot von der Gesellschaft wertgeschätzt wird und Kinder und Eltern bei der Entscheidung unterstützt werden, vor allem an den Übergängen im Bildungssystem. Damit die Kinder zur Leistung motiviert, gefördert und gefordert, aber nicht überfordert werden. Dafür setze ich mich ein.

Mag. Claudia Dörrich

Mag. Claudia Dörrich

Unser differenziertes Bildungswesen ist ein hohes Gut, das den Begabungen und Stärken der Kinder und Jugendlichen am besten gerecht wird. Um bei der Wahl des Bildungsweges bestmögliche Unterstützung anbieten zu können, bedarf es an den Schnittstellen einer Potenzialanalyse mit ausführlicher Beratung der Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern. Ein Ziel muss es auch sein, den Fokus nicht nur auf das Kompensieren von Schwächen zu legen, sondern vor allem auch darauf, die individuellen Begabungen so zu fördern, dass herausragende Leistungen ermöglicht werden. Freude über das Erreichte und die Begeisterung aller Beteiligten sind im Leistungssport omnipräsent und sollten auch in einem finanziell gut dotierten Bildungswesen Platz finden.

HR DI Dr. Franz Reithuber

HR DI Dr. Franz Reithuber

Als Techniker und als Vertreter eines schon vor langer Zeit differenzierten Berufsbildungssystems zitiere ich aus dem Jahresbericht der HTL Steyr, welcher aus Anlass des zehnjährigen Bestehens im Jahre 1884 von meinem Vorgänger Ing. Alfred Musil, dem Vater des Schriftstellers Robert Musil, verfasst wurde. Er schreibt im ersten Absatz: „Als die einst so blühenden und weltbekannten Eisen- und Stahl-Gewerbe von Steyr und Umgebung zu Ende der sechziger Jahre allmälig in Verfall geriethen und immer mehr, vom Auslande überflügelt, an Concurrenz verloren, musste man auf Mittel sinnen, diesem traurigen Verfall Einhalt zu thun und die hier ansässige Industrie, wenn auch nur stufenweise, wieder zu beleben und concurrenzfähig zu gestalten.“ Unsere Schule wurde also als Reaktion auf einen starken Leidensdruck gegründet! Wie wir aus der Entwicklung von Steyr und Umgebung ableiten können, war die Gründung der Schule ein wichtiger Mosaikstein für die Prosperität unseres Landes! Dies möge unserer Gesellschaft Motivation genug sein, das differenzierte Schulsystem zu erhalten und weiter zu entwickeln!

Mag. Florian Stehrer

Mag. Florian Stehrer

Keine politische Sonntagsrede, bei der nicht einer der Stehsätze „Rettet die Artenvielfalt!“, „Regionen und die Menschen vor Ort stärken!“ oder „Freiheit, selbst zu entscheiden, ist das höchste Gut!“ vorkommt. Nur für einen Bereich soll das anders sein: Eine Schule für alle statt Schultypen für den einzelnen. Zentrale Vorgaben an alle statt Autonomie der Schulpartner. Ganztagsschule für alle statt Wahlfreiheit für die Familien und Kinder. Doch der Bildungsbereich ist in sich auch ein „Ökosystem“, das nur durch seine Pluralität der Formen, durch die Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse der Menschen im Kleinen und durch eine positive Einstellung zur Leistung existieren kann. Dieses differenzierte Schulsystem, das einen Weg für jeden Schüler und jede Schülerin anbieten kann, zu erhalten und auszubauen, muss der Auftrag an uns als Gesellschaft sein!

Dr. Robert König

Dr. Robert König

Wollte man aus meiner Sicht den Kern eines jeden pädagogischen Verhältnisses in einem Imperativ ausdrücken, so könnte er lauten: „Entdecke Potentiale!“ – Mit der „Vielfalt“ solcher Potentiale verbinden sich lebenslange Abenteuerlust, zugleich Respekt vor individuellen Grenzen und ganz besonders: die Befähigung zu sinnstiftenden Handlungen. Von daher verstehe ich auch den Begriff „Leistung“. Sie bedeutet nicht Funktionalisierung, möglichst große Effizienzsteigerung oder gar Vernutzbarung Einzelner. Vielmehr schlägt sie sich in der wechselseitigen sinnstiftenden Handlungsbefähigung nieder, zu der Menschen einander verhelfen, um sich miteinander gerade vor der bloßen Funktionalisierung zu schützen. Ein Bildungssystem der Leistung und Vielfalt hat daher auch in seinen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen die Aufgabe, sowohl verantwortungsvolle Befähigung zu individuellen Potentialen als auch Schutz vor der Gleichgültigkeit des Gleichheitszeichens zu sein.


Impressum

Offenlegung gem § 25 MedienG

Anschrift

Verein "Bildungsplattform Leistung & Vielfalt - LuV"
p.A. Aignerstraße 8, Postfach 530, 5020 Salzburg

e-mail: kontakt@bildungsplattform.at

ZVR-Zahl: 274316539

Vorsitzender und für den Inhalt verantwortlich

HR Mag. Gunter Bittner, Aignerstraße 8, Postfach 530, 5020 Salzburg

Vereinszweck

Mitgestaltung bei der Weiterentwicklung des österreichischen Bildungssystems, Verankerung des Gedankens einer umfassenden Begabungsförderung

Mitgliedsbeitrag pro Kalenderjahr:

Einzelmitgliedschaft: 15 - 25 € (nach Selbsteinschätzung)
Familienmitgliedschaft: 20 - 30 € (nach Selbsteinschätzung)
Studenten: 10 €

Datenschutz

Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung.

Technische Betreuung

relaxt confusion labs