Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“

Presseaussendung 02.04.2021

Die verschiedenen Schularten bei der Bewältigung ihrer Aufgaben unterstützen

Neubelebung der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“

Immer mehr Kinder wollen in den Ballungsräumen nach der Volksschule eine AHS besuchen.

Die Corona-Pandemie und der daraus folgende Aufruf von BM Faßmann zur Milde hat den ohnehin schon starken Zug zur AHS weiter verstärkt. Die Volksschullehrkräfte geraten noch stärker unter den Druck von Eltern, ihren Kindern „lauter Einser“ zu geben, um ihnen nicht „die Zukunft zu verbauen“. So kommen immer mehr Kinder in die AHS, die durch diese Schulart überfordert sind. Sie taumeln von Misserfolg zu Misserfolg und verlieren nach und nach das positive Gefühl zur eigenen Leistung, zweifeln an sich selbst, weil ihnen die Befriedigung durch Erfolg versagt bleibt. Die Stärken der Kinder sollten durch eine professionelle Testung ermittelt werden, die es den Eltern vor dem Wechsel in die Sekundarstufe ermöglicht, für ihr Kind die geeignetste Schule zu finden.

Der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“ ist es ein Anliegen, dass alle Schularten optimal ihrer jeweiligen Aufgabe gerecht werden können. Das differenzierte österreichische Bildungssystem bietet bis jetzt für alle Begabungen, Interessen und Neigungen ein adäquates Angebot. Und es ist durchlässig, wenn eine Entscheidung, die zunächst die richtige für einen jungen Menschen war, später zu korrigieren ist. So gibt es nicht nur während der gesamten Sekundarstufe 1 jederzeit die Möglichkeit zum Umstieg auf eine Schulart, sondern insbesondere nach der achten Schulstufe eine häufig genutzte „Umstiegstelle“.

Jeder junge Mensch muss vor die für ihn genau richtigen Herausforderungen gestellt werden: Sie dürfen nicht zu leicht sein, damit die Motivation nicht verloren geht, sie dürfen aber auch nicht zu schwer sein, damit keine Überforderung entsteht. Und sie müssen in eine inhaltliche Richtung führen, die den Interessen des Kindes entspricht. So hat jedes Individuum die Möglichkeit, Erfolg zu erfahren und seine eigene Leistung als positiv zu erleben. Und das österreichische Schulwesen bietet die dafür notwendige Vielfalt. Um dieser Vielfalt gerecht zu werden, setzen wir uns für eine kompetente, neutrale und professionelle Beratung an den Nahtstellen ein, ganz besonders an der Nahtstelle zwischen Volksschule und Sekundarstufe II!

Der Studie „Kognitive Homogenisierung, schulische Leistungen und soziale Bildungsungleichheit“ der Mannheimer Soziologen Hartmut Esser und Julian Seuring zu Folge wäre ist es ratsam, für die Entscheidung der Schulwahl der Sekundarstufe die kognitiven Potenziale eines Kindes durch ein objektives Verfahren zu ermitteln. Damit sind die Volksschullehrkräfte von einer großen Bürde befreit. Es erhöht sich auch die Gerechtigkeit und die Abhängigkeit der Schulartwahl von der sozialen Position der Eltern wird geringer, Begabte aus sog. bildungsfernen Schichten haben größere Chancen, in die für sie geeignetere Schulart zu gelangen.

Der Vorstand der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“ wurde neu gewählt. Er besteht sowohl aus erfahrenen Experten und jahrelangen Praktikern im Bildungssystem als auch aus jungen, dynamischen Menschen mit innovativen und kreativen Ideen.


Statements

HR Mag. F. Gunter Bittner

HR Mag. F. Gunter Bittner

Das Bildungsangebot des differenzierten österreichischen Schulsystems muss in allen Schularten die Kinder und Jugendlichen ihren jeweiligen Begabungen und Interessen entsprechend individuell zu Leistungen motivieren, die befriedigen und Erfolgserlebnisse vermitteln, aber nicht überfordern. Der Vielfalt an Begabungen und Interessen muss durch eine Vielfalt unterschiedlicher Schularten, die erhalten werden muss, Rechnung getragen werden. Die unterschiedlichen Schularten müssen gemäß ihrer Aufgaben von Experten der jeweiligen Schulart begleitet, betreut und weiterentwickelt werden. Ungleiche gleich behandeln ist ungerecht!

HR Mag. Isabella Zins

HR Mag. Isabella Zins

Das differenzierte Schulsystem Österreichs bietet allen Kindern und Jugendlichen Österreichs die Chance auf personengerechte und begabungsadäquate Bildung und muss erhalten bzw. qualitätsvoll weiterentwickelt werden. Diese Vielfalt an gleichwertigen staatlichen Angeboten trägt dann zur Talenteförderung bei, wenn jedes Bildungsangebot von der Gesellschaft wertgeschätzt wird und Kinder und Eltern bei der Entscheidung unterstützt werden, vor allem an den Übergängen im Bildungssystem. Damit die Kinder zur Leistung motiviert, gefördert und gefordert, aber nicht überfordert werden. Dafür setze ich mich ein.

Mag. Claudia Dörrich

Mag. Claudia Dörrich

Unser differenziertes Bildungswesen ist ein hohes Gut, das den Begabungen und Stärken der Kinder und Jugendlichen am besten gerecht wird. Um bei der Wahl des Bildungsweges bestmögliche Unterstützung anbieten zu können, bedarf es an den Schnittstellen einer Potenzialanalyse mit ausführlicher Beratung der Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern. Ein Ziel muss es auch sein, den Fokus nicht nur auf das Kompensieren von Schwächen zu legen, sondern vor allem auch darauf, die individuellen Begabungen so zu fördern, dass herausragende Leistungen ermöglicht werden. Freude über das Erreichte und die Begeisterung aller Beteiligten sind im Leistungssport omnipräsent und sollten auch in einem finanziell gut dotierten Bildungswesen Platz finden.

HR DI Dr. Franz Reithuber

HR DI Dr. Franz Reithuber

Als Techniker und als Vertreter eines schon vor langer Zeit differenzierten Berufsbildungssystems zitiere ich aus dem Jahresbericht der HTL Steyr, welcher aus Anlass des zehnjährigen Bestehens im Jahre 1884 von meinem Vorgänger Ing. Alfred Musil, dem Vater des Schriftstellers Robert Musil, verfasst wurde. Er schreibt im ersten Absatz: „Als die einst so blühenden und weltbekannten Eisen- und Stahl-Gewerbe von Steyr und Umgebung zu Ende der sechziger Jahre allmälig in Verfall geriethen und immer mehr, vom Auslande überflügelt, an Concurrenz verloren, musste man auf Mittel sinnen, diesem traurigen Verfall Einhalt zu thun und die hier ansässige Industrie, wenn auch nur stufenweise, wieder zu beleben und concurrenzfähig zu gestalten.“ Unsere Schule wurde also als Reaktion auf einen starken Leidensdruck gegründet! Wie wir aus der Entwicklung von Steyr und Umgebung ableiten können, war die Gründung der Schule ein wichtiger Mosaikstein für die Prosperität unseres Landes! Dies möge unserer Gesellschaft Motivation genug sein, das differenzierte Schulsystem zu erhalten und weiter zu entwickeln!

Mag. Florian Stehrer

Mag. Florian Stehrer

Keine politische Sonntagsrede, bei der nicht einer der Stehsätze „Rettet die Artenvielfalt!“, „Regionen und die Menschen vor Ort stärken!“ oder „Freiheit, selbst zu entscheiden, ist das höchste Gut!“ vorkommt. Nur für einen Bereich soll das anders sein: Eine Schule für alle statt Schultypen für den einzelnen. Zentrale Vorgaben an alle statt Autonomie der Schulpartner. Ganztagsschule für alle statt Wahlfreiheit für die Familien und Kinder. Doch der Bildungsbereich ist in sich auch ein „Ökosystem“, das nur durch seine Pluralität der Formen, durch die Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse der Menschen im Kleinen und durch eine positive Einstellung zur Leistung existieren kann. Dieses differenzierte Schulsystem, das einen Weg für jeden Schüler und jede Schülerin anbieten kann, zu erhalten und auszubauen, muss der Auftrag an uns als Gesellschaft sein!

Dr. Robert König

Dr. Robert König

Wollte man aus meiner Sicht den Kern eines jeden pädagogischen Verhältnisses in einem Imperativ ausdrücken, so könnte er lauten: „Entdecke Potentiale!“ – Mit der „Vielfalt“ solcher Potentiale verbinden sich lebenslange Abenteuerlust, zugleich Respekt vor individuellen Grenzen und ganz besonders: die Befähigung zu sinnstiftenden Handlungen. Von daher verstehe ich auch den Begriff „Leistung“. Sie bedeutet nicht Funktionalisierung, möglichst große Effizienzsteigerung oder gar Vernutzbarung Einzelner. Vielmehr schlägt sie sich in der wechselseitigen sinnstiftenden Handlungsbefähigung nieder, zu der Menschen einander verhelfen, um sich miteinander gerade vor der bloßen Funktionalisierung zu schützen. Ein Bildungssystem der Leistung und Vielfalt hat daher auch in seinen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen die Aufgabe, sowohl verantwortungsvolle Befähigung zu individuellen Potentialen als auch Schutz vor der Gleichgültigkeit des Gleichheitszeichens zu sein.


Impressum

Offenlegung gem § 25 MedienG

Anschrift

Verein "Bildungsplattform Leistung & Vielfalt - LuV"
p.A. Aignerstraße 8, Postfach 530, 5020 Salzburg

e-mail: kontakt@bildungsplattform.at

ZVR-Zahl: 274316539

Vorsitzender und für den Inhalt verantwortlich

HR Mag. Gunter Bittner, Aignerstraße 8, Postfach 530, 5020 Salzburg

Vereinszweck

Mitgestaltung bei der Weiterentwicklung des österreichischen Bildungssystems, Verankerung des Gedankens einer umfassenden Begabungsförderung

Mitgliedsbeitrag pro Kalenderjahr:

Einzelmitgliedschaft: 15 - 25 € (nach Selbsteinschätzung)
Familienmitgliedschaft: 20 - 30 € (nach Selbsteinschätzung)
Studenten: 10 €

Datenschutz

Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung.

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